Findet Ihr das gerecht?

  • Zu erst einmal ein schönes Hallo an Euch!


    Dieser Vorfall mag sich noch so unrealistisch und absolut übertrieben anhören, aber ich erzähle einfach mal was passiert ist …


    Also, wir (Schüler eines Gymnasium; darf den Ort nicht nennen) haben an unserer Schule einen drogenabhängigen(!) Kollegen, welcher nüchtern wirklich einer der besten Menschen der Welt ist und unter Einfluss jedoch vollkommen unberechenbar ist (er ist nämlich ein „Kokser“ und konsumiert häufig Drogen intravenös [sehr viele Einstichstellen über dem ganzen Körper verteilt]). Nun gut, benennen wir diesen Kollegen einfach mit A. Person A hat mir sehr oft geholfen und mich aus der Patsche rausgeholt und mich nie im Stich gelassen (und nein, ich nehme keine Drogen. Ich habe auf mein Blut geschworen, mich von Rauschgiften einen groooooßen Bogen zu machen). Nun kam A aber eines Tages unter Einfluss in die Schule (wie es sich später rausgestellt hatte, stand er unter „Badesalzen“) und er wurde aggressiv. Leute, er hat einfach den Begriff der Aggressivität neu definiert – er ist auf einmal im Unterricht aufgestanden und fing an Leute anzupöbeln, zu bespucken, zu drohen und sogar zu schlagen. Weil ich mich (wie bereits erwähnt) mit ihm sehr gut verstehe, habe ich in dem Moment, wo er seine „Phase“ hatte, auf ihn eingeredet und lange Rede kurzer Sinn: ich konnte ihn beruhigen (Gott sei Dank!). Die zuständige Lehrkraft hat natürlich die Polizei gerufen und Person A wurde für zwei Wochen von der Schule suspendiert und muss mit einer Anzeige und dem Verweis von der Schule rechnen. Die Suspendierung erhielt er vor ungefähr einer Woche und während seiner Abwesenheit wurde natürlich über ihn gesprochen; die Gespräche wurden von den Lehrern mit der Klasse geführt, was ich wirklich gut finde, damit alle Parteien wissen was Sache ist. Aber; als ich dann schlussendlich (vor der ganzen Klasse, also vom Lehrer) zu dem Vorfall befragt wurde, habe ich ca. folgenden Satz gesagt:


    „Herr […], ich kann und möchte nichts vor der Klasse zum Vorfall von letzter Woche sagen. Aussagen werde ich (höchstens) nur bei der Polizei machen, falls es von Nöten ist bzw. sein wird.“


    Daraufhin habe ich tatsächlich einen Verweis bekommen und nun droht mir der Lehrer (über die Schulleitung aber) ebenfalls mit einer einwöchigen Suspendierung. Nun aber zu meiner Frage:


    Ist das gerecht oder kann es sein, dass ich mich vielleicht nicht ganz korrekt verhalten hab?


    MfG,
    current_user

  • Hallo und danke für die schnellen Antworten!


    FFrozen: Denkst Du wirklich ich sollte „höhere Instanzen“ einschalten?


    Die Klasse hat nur Aussagen über das Verhalten von A im Allgemeinen getroffen und komischerweise hat von denen niemand Ärger bekommen …
    Dabei fällt mir auf, dass ein paar Mädchen aus meiner Klasse zwar etwas darüber gesagt haben, es aber wirklich nicht viel war und es mehr „nachgeplappert“ war als es wirklich deren eigene Meinung war.


    Also ich habe das meinen Eltern gezeigt und mit denen darüber gesprochen und meinten ebenfalls, dass dies völlig „geschmacklos“ von dem Lehrer sei und dass meine Eltern mit der Schulleitung darüber reden werden. Aber aus Erfahrung Anderer kann ich zu 100%-iger Sicherheit sagen, dass die Schulleitung deren Meinung nicht ändern wird – sie gelten nämlich als seeehr sturköpfig und setzten immer jedes Vorhaben um, welches ihnen gerade in den Sinn kommt.


    MfG,
    current_user

  • Dann wie gesagt, entweder schaltest du da echt einen Anwalt ein, oder du genießt deine freie Woche.
    Wenn deine Eltern bescheid wissen, dann genieß deine Woche Urlaub..


    Wenn die Schule aber sowas öfters bringt, einfach mal andere Eltern auf ihre Unterstützung fragen und eine Sammelklage gegen die Schule laufen lassen. So ein Verhalten ist ja nicht gerade gut in einer Schule.


    Würde mich da aber auf jeden Fall auf eine Rückmeldung freuen!

  • Dann wie gesagt, entweder schaltest du da echt einen Anwalt ein, oder du genießt deine freie Woche.
    Wenn deine Eltern bescheid wissen, dann genieß deine Woche Urlaub..


    Wenn die Schule aber sowas öfters bringt, einfach mal andere Eltern auf ihre Unterstützung fragen und eine Sammelklage gegen die Schule laufen lassen. So ein Verhalten ist ja nicht gerade gut in einer Schule.


    Würde mich da aber auf jeden Fall auf eine Rückmeldung freuen!

    Vielen, vielen Dank für Deine hilfreiche Antwort!


    Ich werde auf jeden Fall im Laufe der nächsten Woche eine kurze Rückmeldung zu der ganzen Sache geben!


    MfG,
    current_user

  • Guten Tag,


    wie mit deinem Mitschüler umgegangen ist, ist in Ordnung und völlig rechtens.
    Was allerdings mit dir gemacht worden ist, ist einfach zu viel. Die Lehrer haben es zu akzeptieren, wenn du deine Aussagen zu dem Sachverhalt nur bei der Polizei machen willst. Was und wieviel die dann der Schule erzählen steht natürlich auf einem anderen Blatt Papier, sofern die Beamten das überhaupt machen.
    Wenn die Lehrkräfte oder die Schulleitung etwas mehr über den Fall wissen möchte, sollte sie mit der Polizei zusammenarbeiten.
    Dir einen Verweis zu geben, nur weil du dazu nichts sagen möchtest, ist sowas von übertrieben und unnötig. Ein Gespräch unter wenigen Augen hätte auch eine weitere Möglichkeit als Angebot vom Lehrer sein können.
    Was machen die dann erst, wenn jemand im Unterricht zu einem Thema nichts beitragen kann?


    Du solltest auf jeden Fall erstmal mit der Lehrkraft und deinen Eltern sowie dem Schulleiter (Am besten alle in einem Raum) darüber sprechen. Evtl. sollte noch eine unabhängige Person mit im Raum sein, die nichts mit der Sache zu tun hat.
    Der Verweis ist einfach überzogen und rechtlich nicht zu halten. Sie sollten dir eher dankbar sein, dass du deinen Mitschüler beruhigt hast, bevor es noch schlimmer wurde.
    Sollte das Gespräch nicht fruchten. Ist die nächste Instanz das Schulamt oder eben das Ministerium, das dafür zuständig ist.
    Den Anwalt würde ich erst dann einschalten, wenn auch die höchste Instanz (Ministerium) sich entsprechend (zu dem Vorfall) äußert.
    Die Eltern sind heutzutage viel zu schnell mit den Anwälten. Vieles lässt sich nämlich schon in einem einfachen Gespräch ohne Anwalt lösen. Nur wenn absolut keine andere Möglichkeit da ist (Gesprächsverweigerung an jeder Stelle, Keine Antwort auf schriftliche Anfragen (E-Mail/Brief)), dann kann man über eine entsprechende Maßnahme nachdenken.


    Hier ein Rechtsstück zum Thema aus Bayern:
    BayVwV290600-27?AspxAutoDetectCookieSupport=1
    aus Hamburg:
    pdf-legale-und-illegale-drogen-in-schulen-2014.pdf


    aus Mecklenburg-Vorpommern:


    „Handlungsempfehlungen für Schulen im Umgang mit Drogen“ erschienen | Lakost


    aus Rheinland-Pfalz:


    47_BR_Suchtmittel-an-Schulen.pdf


    Und zum Schluss, etwas Allgemeines:


    checkit! - Erwischt in der Schule



    (Hoffentlich kommen alle Links an)



    LG


    Jade

  • Hallo nochmal!


    Um es kurz zu fassen: Ich hatte heute in der sechsten Stunde ein Gespräch mit der Lehrkraft, welcher mir Ärger erteilen will, der Schulleitung und meinen Eltern und seht selbst, was dabei zustande gekommen ist (ich habe alle Namen und den Schulstempel aus datenschutzrechtlichen Gründen vorsichtshalber geschwärzt):

  • Schön ungerecht..
    Niemand, vor allem nicht vor der Öffentlichkeit (deiner Klasse), hat das Recht, eine Aussage von dir zu fordern.


    Nun kannst du entweder die Schule anklagen, oder es einfach hinnehmen.


    Empfehle es dir aber, deinen 'Urlaub' jetzt zu genießen.
    Sollte der Verweis in deinem Abschlusszeugnis stehen, würde ich dagegen vorgehen.
    Wenn ich ehrlich bin, ich würde selber auch dagegen vorgehen, auch wenn das die dumme Art hier ist.


    Wünsche dir viel Spaß in deiner freien Woche. :/

  • Danke, die werde ich haben …
    Ich schließe mich deiner Meinung auf jeden Fall an – sobald es ihm Zeugnis steht, so muss da (rechtlich) vorgegangen werden!
    Danke für die Antwort!


    MfG,
    current_user

  • Hi,


    mein Tipp, schick das ganze in Kopie mal an die übergeordnete Stelle (Das ist die Stelle, der der Direx deiner Schule unterstellt ist), mit einer Schilderung der Sachlage.
    Der Verweis ist überzogen, wenn die Rechtsabteilung des KM damit konfrontiert wird, möchte ich mich nicht damit befassen müssen.
    Auf der anderen Seite kann ich den Lehrer verstehen, der Aufklärung haben will. Da es sich ABER um einen Fall handelt, der im Strafrecht landet, ist die Aufklärung nun mal Angelegenheit der Polizei.
    Wenn du an einer staatlichen Schule bist, schick die Kopie ans Ministerium für Kultus etc. (Jedes Bundesland benennt es anders :cursing: )


    Nutz die Woche und lern noch etwas oder gib bei der Polizei eine Stellungnahme ab. Vorteil: Du musst dich nicht extra bei der Schule entschuldigen. ^^
    Lass dir von deinen Schulkameraden die Unterlagen der letzten Woche vorbei bringen, so dass du keinen Nachteil erleidest.



    LG
    Jade

  • Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Dir steht doch wohl zu, deine Aussage fernab der Öffentlichkeit direkt bei der Polizei zu tätigen. Alleine aus Gründen der Loyalität hätte ich es genauso getan.


    Meiner Meinung nach eine völlig ungerechtfertigte Maßnahme und ich würde mich auch direkt an die nächsthöhere Stelle wenden. Nicht, dass einem am Schuljahresende vorgeworfen wird, wieso man den Verweis nicht sofort reklamierte.

  • Es steht sogar noch drin, dass du nur Aussagen gegenüber der Polizei tätigen möchtest. Mit anderen Worten, Totalverweigerung kann man dir gerade nicht vorwerfen, was übrigens meiner Meinung nach auch nicht verweiswürdig gewesen wäre. Schick deinem Lehrer mal die DVD "Der Duft der Frauen" zum Abregen und Nachdenken.

  • Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Dir steht doch wohl zu, deine Aussage fernab der Öffentlichkeit direkt bei der Polizei zu tätigen. Alleine aus Gründen der Loyalität hätte ich es genauso getan.


    Meiner Meinung nach eine völlig ungerechtfertigte Maßnahme und ich würde mich auch direkt an die nächsthöhere Stelle wenden. Nicht, dass einem am Schuljahresende vorgeworfen wird, wieso man den Verweis nicht sofort reklamierte.

    Ich würde mich da vor allem anwaltlich beraten lassen. Das geht so nicht an!!!

  • Wenn es so ist, hat der Lehrer keine Macht. Lediglich die Staatsmacht kann hier aktiv werden. Das ist Ausübung von seelischen /psychischen Druck und kann von einem guten Anwalt gar als psychischer Gewalt angesehen werden. Da würde ich die Schulbehörde, Studienräte und Anwälte einbeziehen.

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