Der Lehrer ist Schuld

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    • TheMentor schrieb:

      Hallo an Alle,


      ich wollt mich hier mal umhören wie viele der Meinung sind, der Lehrer sei daran Schuld das die Noten nicht besser sind und wer sich ungerecht behandelt fühlt, oder sogar den Zufall ausgesetzt bei der Notenvergabe?

      Würde mich über Rückmeldung sehr freuen. :)

      :thumbup:
      Ein Lehrer kann beim Korrigieren von Schulaufgaben nur das für richtig erkennen, was auch richtig ist (lernen oder nicht lernen!). Gibt ein Schüler also einen Leistungsnachweis mit nichts ab, kann der Lehrer nichts korrigieren und das Ergebnis it bekannt. Wird dagegen ein Leistungsnachweis abgegeben, wo alles passt,ist das Ergebnis klar. Allerdings kann es sein, dass die Schüler gnadenlos von dem abweichen, was im Erwartungshorizont des Lehrers steht und es ist nicht der Stoff über den der Leistungsnachweis geht, dann ist das Ergebnis auch klar.
      Da es wenige reine MC-Leistungsnachweise (außer beim Führerschein und an der Uni) gibt, muss ein Lehrer in den Antworten der Schüler nach den möglichen Lösungen suchen (ich bin mir sehr sich,dass nicht jeder mit einer gestochen sauberen Schrift glänzt: was der Lehrer nicht lesen kann, wird nicht gewertet, dieser Grundsatz galt schon in der Grundschule!!!!)
      In dem Erwartungshorizont legt der Lehrer die Antworten fest, die er hören möchte. Es gibt aber auch andere Antworten die richtig sind, diese werden dann von einem guten Lehrer überprüft, ein "entspannter" Lehrer macht sich nicht unbedingt die Mühe. An hand dieser "Musterlösungen" wird dann korrigiert und das Vorhanden- oder Nicht-Vorhandensein von Fehlern/Falschen Antworten ergibt die Note.
      Für das fast alles gilt, wie im Studium auch: Hinsetzen und Lernen!!!! oder um es mal ehrer Trump'sch auszudrücken: Ohne Fleiß kein Preis!
      Es gibt nur wenige, die sagen können, ihnen fliegt alles zu.
      Ich hatte bisher nur einen Lehrer, bei dem ich mir sicher bin, dass er mich bewusst schlechter bewertet hat als eine gleichwertige Mitschülerin. Ansonsten war alles fair.
    • Lehrer haben natürlich Einfluss auf die Noten. Besonders ist das natürlich bei den mündlichen Noten. Beim Abitur ist der gesamte erste Notenblock beispielsweise stark abhängig von deinen Leistungen UND wie diese von den Lehrern gewertet werden. In SH liegt die Verteilung bei 70/30 oder 60/40. Mag dich ein Lehrer nicht besonders, kann er dir (bewusst oder unbewusst) 70% der Note ruinieren. Schriftlich ist das ganze schwerer, aber dennoch möglich. Mal kann man was lesen, mal nicht. Mal ist man offener für ungewöhnliche Lösungsansätze (geisteswissenschaftliche Fächer) und manchmal nicht. Diese merkwürdigen "Erwartungshorizonte" sind auch ein merkwürdiges Bewertungsmittel, um offene geselllschaftswissenschaftliche Fragen zu lösen.
      Manche Lehrer kommen damit klar, wenn jemand ihre Unterrichtsmethoden anzweifelt und werten lediglich die fachliche Qualitäten. Andere sind Mimosen die einschnappen, wenn man sich einfach zu Schade ist, in der 13 Klasse Mindmaps anzufertigen. In meiner Abizeit hat mich eine Lehrerin schriftlich auf 13-15 Punkte gesetzt und im Zeugnis hatte ich durchgehend 10 Punkte (Deutsch). Besonders nett, wenn sie einem privat sagt, dass sie meine Klausuren am liebsten liest, weil die ja so toll sind. :)
      Die Kunst, sich anzupassen und bloß nicht Flagge zu zeigen, wird von vielen Lehrern honoriert - ganz unabhängig von der Leistung. Und dann wundert man sich über den steigenden 1,0 Trend bei Leuten, die im Studium irgendwie nichts gebacken bekommen. Hoppla? In meinem Jahrgang gab es Leute, die he/she/it +s nicht hinbekommen, aber durch Laberei und latent schleimigen Charme 12 Punkte abgesahnt haben.

      Und dann sind wir auch schon bei den unterschiedlichen Vorstellungen, die die jeweiligen Lehrern von Niveau und Unterricht haben. Der eine Lehrer zieht knallhart die Höchstanforderungen durch und der andere versucht gemütlich an den Minimalanforderungen zu kratzen, bloß nicht zu viel Arbeit. So entstehen die wildesten Notensprünge zwischen Jahrgängen. Aus meiner Klasse haben einige wiederholt, die nun eher zu den schlechteren Schülern gehörten, die jetzt im ersten Block unglaubliche Notensprünge haben. Wer vorher mündlich 5 Punkte hatte, hat nun plötzlich 13. Der Lehrer im Jahrgang nach mir haben vollkommen andere Vorstellungen von mündlicher Leistung, ganz besonders im quantitativen Bereich.

      Du sprichst vom Zufall bei der Notenvergabe, da bin ich mir jedoch nicht unbedingt sicher. Ich denke einfach, dass mündliche Noten sehr subjektiv sind und das persönliche Vorstellungen der Lehrer viel höheres Gewicht haben als objektive Beurteilungen. Meine Biologielehrerin hat mich in den Biostunden gelobt und am Ende des Jahres dann mit den Punkten stark gegeizt. Auf Nachfrage kam dann genau das Gegenteil von dem, was sie im Unterricht gesagt hat. Leider lassen viele Lehrer auch absolut nicht mit sich reden und reagieren prinzipiell eingeschnappt, wenn man ihre Notenvergabe kritisiert. Im Abi konnte ich dann schriftlich 1,0 holen.

      P.S.: Das soll KEINE "du bist schlecht weil die lehrer böse sind"-Rede sein und Leute darin bestärken, faul zu sein. Ich habe immer recht gute Noten gehabt und auch entsprechend gearbeitet, dementsprechend teile ich hier keine Erfahrungen, die auf eigene Faulheit oder eigenes Versagen zurückgehen. Wie das bei anderen ist, kann ich nicht unbedingt beurteilen. Wer schlecht ist, ist oft auch einfach faul und dann ist man auch selbst schuld. Der Beitrag ist vielmehr als Kritik am "Der Schüler ist immer Schuld" Spruch, den Lehrer gerne mal unqualifiziert in den Raum werfen und am Bildungssystem allgemein zu verstehen.
      „Die Grundfarben der Geschichte sind nicht Schwarz und Weiß, ihr Grundmuster nicht der Kontrast eines Schachbretts; die Grundfarbe der Geschichte ist grau, in unendlichen Schattierungen.“
      – Thomas Nipperdey
    • @Lars, ich kann dir in Teilen zustimmen.
      Ich als Lehrer würde auf Qualität und Quantität bei mündlichen Noten setzen, und so alle Schüler animieren im Unterricht mit zu machen. Egal wie sich die Schüler sonst aufführen, dazu sind ja dann die Bemerkungen auf den Zeugnissen da.
      Ein engagierter Lehrer sollte sich im und nach dem Unterricht notieren, wer wie mit gemacht hat und sollte mit sich reden lassen. Mitarbeit im Unterricht sollte sich doch lohnen.
      Allerdings ist es auch wichtig, wie die betreffenden Schüler dem entsprechenen Lehrer gegenübertreten. Kommt ein Schüler mit "Mein Papa ist Lehrer und..." kann ich mir sehr gut vorstellen, dass sowas nicht toll bei einem Lehrer ankommt, auch ein arrogantes Auftreten gegen über dem Lehrer ist bestimmt gut (Ironie).
      Mitarbeit und Fleiß sollten passend honoriert werden.