Fragen auf einem Text

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    • Fragen auf einem Text

      Hallo,

      Ich bin einen französe Schüler. Ich habe ein Text mit Fragen auf der Film "Der ganz große Traum", aber ich verstehe nicht der Text. Deshalb brauche ich die Hilfe. Viele Dank im Voraus (und tut mir leid für mein Deutsch :)

      Der Text und Fragen :


      Interview
      "Fußball war ein unerhört wilder und ungeordneter Anblick." Ein Gespräch mit Malte Oberschelp über den historischen Konrad Koch.

      Malte Oberschelp, Jahrgang 1968, schreibt als Journalist und Autor über Fußball, Sportgeschichte, Kultur und Medien. Seine Biografie Der Fußball-Lehrer. Wie Konrad Koch im Kaiserreich den Ball ins Spiel brachte erschien 2010.

      Sie haben sich intensiv mit Konrad Koch beschäftigt, der als Lehrer für Deutsch und alte Sprachen im Braunschweiger Martino-Kartharineum tätig war. Wie war er als Pädagoge?

      Er ergriff den Beruf seines Vaters, blieb sein Leben lang in Braunschweig und arbeite sich vom Hilfs- zum Oberlehrer und schließlich zum gut bezahlten Professor hoch. Was die Politik angeht, war er konservativ und national denkend, also ein Kind seiner Zeit. Andererseits hatte er diesen reformerischen Impuls. Er gehörte der Bewegung an, die sich für eine Reform des Schulsystems einsetzte, beispielsweise für eine Verstärkung der modernen naturwissenschaftlichen Fächer.

      Welchen pädagogischen Anspruch verband Konrad Koch mit dem Fußballspielen?

      Es war einerseits die Schulung des Gemeinsinns, die Interaktion auf dem Spielfeld. Andererseits ging es aber auch um ganz praktische Dinge wie das Spielen an der frischen Luft und eine andere Form von Bewegung als im Turnunterricht. Wichtig war zudem der Gedanke der Freiheit, also der Individualität, durch das Spiel.

      Wie passte die Idee von der Individualität, die das Fußballspiel impliziert, in das vorherrschende nationalistische Weltbild?

      Das war damals ein revolutionärer Gedanke. So konservativ Koch in Vielem auch war – die Idee der spielerischen Freiheit war ihm sehr wichtig, also selber Entscheidungen zu treffen auf dem Spielplatz und nicht nur den Anweisungen der Vorturner zu folgen. Das waren die eigentlich revolutionären Gedanken daran, die auch dafür verantwortlich waren, dass Fußball gleich so beliebt war. Diesen Aspekt trifft Der ganz große Traum sehr gut. Ich halte es allerdings für unwahrscheinlich, dass Koch, wie es der Film darstellt, diese Liberalität auch auf den Unterricht übertragen hat. Als Lehrer war er sicherlich konservativ, sonst hätte er keine Karriere an der Schule machen können.

      Der Film schildert ausführlich die Widerstände, die Konrad Koch und sein Fußballspiel an der Schule hervorriefen. Ist das historisch belegt?

      In der Schule und im Herzogtum Braunschweig brachte man ihm im Gegenteil sehr viel Wohlwollen entgegen und unterstützte ihn finanziell bei der Anschaffung von Sportgeräten. Fußball war da schon nach kurzer Zeit das Lieblingsspiel der Schüler. Und er wurde auch bald in den Sportunterricht der Braunschweiger Schulen aufgenommen. In anderen Teilen des Kaiserreichs herrschte allerdings häufig eine völlig andere Einstellung, teils blanke Ablehnung, teils Misstrauen.

      Sie behaupten in Ihrem Buch, dass sich Konrad Koch vor allem aus Protest gegen die Turnerbewegung so vehement für den Fußball einsetzte. Wie ist das zu verstehen?

      Konrad Koch war zwar kein Turnlehrer, aber er war immer aktives Mitglied im Männerturnverein Braunschweig. Er stellte Defizite des Turnunterrichts fest, sowohl im Hinblick auf die frische Luft – der Turnunterricht fand in geschlossenen Räumen statt – als auch in Bezug auf das Spielen. Spiele waren aus der Mode gekommen. Darauf 02/11 Film des Monats: Der ganz große Traum Seite 5 von 17 reagierte Koch, indem er das Fußballspielen einmal für die Schulen, aber auch für die Turnvereine propagierte. Letztere verwehrten sich zum Teil sehr energisch dagegen. Historisch kamen die Widerstände, anders als im Film, also vor allem aus den Turnergemeinschaften. Darüberhinaus gibt es immer wieder Berichte über Spaziergänger, die die Polizei riefen, wenn sie Fußballspieler in Parks überraschten. Denn nackte Knie waren unzüchtig. Für die damalige Zeit war es ein unerhört wilder und ungeordneter Anblick. Aber im Herzogtum Braunschweig war man dem Fußball gegenüber überwiegend aufgeschlossen.

      Recht schnell trat der Fußball – dank Koch – einen Siegeszug durch das Deutsche Kaiserreich an.

      Ab Mitte der 1880er-Jahre verbreitete sich der Fußball massenhaft. Diese Welle erfasste immer größere Bevölkerungsschichten der Mittel- und teilweise Oberschicht. Zwar hatte Koch oft die klassenübergreifende Kraft des Fußballs betont und an England bewundert, dass Rechtsanwälte mit Arbeitern in einer Mannschaft spielten, aber im 19. Jahrhundert war das in Deutschland noch nicht möglich. Erst in der Weimarer Republik fingen auch Arbeiter an, Fußball zu spielen. Koch war sicherlich einer der wichtigsten Impulsgeber, um den Fußball in Deutschland durchzusetzen.

      Aufgabe : Historische und fiktive Figuren (Deutsch, Geschichte, Kunst)
      Der ganz große Traum erzählt frei nach wahren Begebenheiten.
      a) Erstelle einen Steckbrief der Filmfigur Konrad Koch. Gehe dabei auf seinen Lebenslauf, sein Aussehen, seine Ziele und Charaktereigenschaften ein.
      b) Informiere dich über den echten Konrad Koch, der für den Film Pate gestanden hat, und erstelle einen Steckbrief. Informationen findest du zum Beispiel in dem Interview mit Malte Oberschelp.
      c) Vergleiche die beiden Steckbriefe. Welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede gibt es zwischen den beiden Personen? Warum weicht der Film von der realen Person oft ab? Warum sind diese Abweichungen wichtig für die Handlung von Der ganz große Traum?