Was nach der Schule tun

    • Was nach der Schule tun

      Hallo liebes Forum, ich suche einen Rat. Ich bin bald mit der Schule fertig (Abitur) und habe keine Ideen, was ich danach machen kann,da ich nicht mehr so lange bei meinen Eltern leben kann und Geld brauche.
      Ich interessiere mich grundsätzlich für kreative Berufe wie Mediengestalter, aber da stört mich zum Beispiel, dass man im Team arbeitet und sich nach Kundenwünschen richten muss.
      Ursprünglich wollte ich studieren, habe auch einige Studiengänge gefunden die mich interessieren, aber bei weiterer Recherche ist mir dann
      doch aufgefallen, dass sie nicht ganz zu mir passen. Dann habe ich nach Berufen geschaut (für die man entweder auch studieren oder eine Ausbildung machen muss) aber auch hier war es das gleiche Problem, dass jeder einigermaßen interessante Beruf einen Nachteil hatte oder irgendwas nicht ganz zu mir gepasst hat. So wie bei dem Beispiel eben.
      Mein Traum wäre es eigentlich, mich selbstständig zu machen, in der Richtung eine eigene Webseite (Blog, Forum, Online Shop?) zu haben oder ein freier Schriftsteller zu sein. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, für jemanden zu arbeiten. Aber damit hat man eben nicht immer Erfolg.
      Ich würde also gern von euch wissen, was ich nach der Schule tun soll. Mir trotzdem eine Ausbildung/Studiengang suchen? Und welchen? Oder irgendeinen Job annehmen und nebenbei versuchen, mit etwas anderem erfolgreich zu werden?
    • Hallo.

      Ich habe beispielsweise erst eine Ausbildung gemacht (man lernt etwas, was man später noch gebrauchen kann, Durchhaltevermögen: weil es genügend gibt, die nach der Probezeit oder schon vorher das Handtuch schmeißen, Teamwork: ohne geht es in keinem Beruf, Fingerspitzengefühl: im Umgang mit Menschen (Kollegen, Vorgesetzte und Kundschaft), Eloquenz: immer hilfreich) und
      anschließend ein Studium drangehängt (hier kam mir meine Ausbildung zu gute: Ich konnte weiter in meiner Berufsgruppe arbeiten und in den Praktika immer wieder auf meine Erfahrungen zurückgreifen sowie im Umgang mit "Nicht-Akademikern" auch weiterhin auf dem Boden bleiben (wenn man nur mit Akademikern zu tun hat, hebt man im ungünstigsten Fall irgendwann ab)).

      In meinem Beruf kann ich auch immer noch von meiner Ausbildung profitieren, in dem ich mein Gegenüber gut verstehen kann.
      Ein weiterer Pluspunkt für eine Ausbilung ist: du bekommst Geld und lernst auch gleich etwas, wenn dir nämlich das Studium nicht passt und du nicht mehr studieren willst hast du was in der Tasche. Viele Studenten, die ihr Studium schmeißen, haben nicht viel mehr als ihr Abitur und ein abgebrochenes Studium.

      Überigens: in jedem Beruf egal ob Duale Ausbildung oder Studium gibt es Vor- und Nachteile.

      Du kannst einen deiner "Wunschberufe" ergreifen und es kann sein, dass es dir trotz der Nachteile gefällt (Kenne da sehr viele Leute, die es so gemacht haben.). Wenn du die Ausbildung hast (Mit bestehen der Abschlussprüfung), kannst du da nach immer noch etwas anderes machen (wärst nicht der erste) und die Erfahrungen aus deiner "ersten" Ausbildung kannst du auch dort in gewisser Weise mit einbringen.

      Hilflos schrieb:

      Ich interessiere mich grundsätzlich für kreative Berufe wie Mediengestalter, aber da stört mich zum Beispiel, dass man im Team arbeitet und sich nach Kundenwünschen richten muss.
      Wenn du sehr gute Vorschläge bringst, die den Kunden überzeugen, werden deine Vorschläge auch genommen. Ansonsten gilt logischer Weise: Der Kunde ist König. Gute Leute hören den Kunden zu und erfahren so alles, was sie wissen müssen. Ist der Kunde zufrieden, wird er auch immer wieder kommen und evtl. auch mal Vorschläge von den Leuten annehmen, wenn sie denn passen, das ist überall eine Voraussetzung.

      Klar: eine Lehre (Ausbildung) ist nicht einfach, aber: früher war eine Ausbildung noch härter. Lehrjahre sind keine Herrenjahre: passt auch heute noch, allerdings in anderen Verhältnissen wie noch vor dreißzig, vierzig oder fünfzig Jahren. Durchhalten und man zeigt, dass ein Studium problemlos machbar ist.

      Tipp: Wenn du immer noch keine Idee hast, was du machen willst: Mach Praktika, nach Möglichkeit idealerweise selbst organisiert!
      Praktika haben mehrere Vorteile:
      1. du lernst einen Beruf kennen und
      2. kannst nach dem Praktikum sagen, ob er was für dich ist.
      3. Wirst du vom Betrieb kennen gelernt und
      4. hast so evtl. schon mal ein Bein in der Tür, wenn der Betrieb Interesse an dir hat.

      Wenn du deine Pflichtschulzeit noch nicht voll hast, kommst du in die entsprechenden Klassen in der Berufsschule.

      Noch ein "Hinweis": Meine Mutter hat mich zum Durchhalten animiert: "Du kannst nach der Ausbildung immer noch etwas anderes machen, aber diese Ausbildung machst du erstmal zu Ende. Was du hast, kann dir keiner mehr nehmen."

      Und eine ehrliche Meinung, der ich ausdrücklich zustimme:
      Kolumne: Wir brauchen mehr ehrliche Berufsberater

      Die letztendliche Entscheidung, was du machst liegt bei dir: Dein Leben entfaltet sich entsprechend deines Mutes. (Auch Hindernisse annehmen, überschreiten und die gewonnene Erfahrung nutzen, gehörten dazu.)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Jade ()

    • Hallo mal wieder, ich würde gern etwas zu deiner Antwort sagen. Ausbildung hört sich eigentlich gut an, aber da hätte ich wiederum das Problem, dass ich nicht wirklich weiß, was ich da machen soll, weil mich kein Bereich wirklich anspricht. Also klar gibt es immer Vor- und Nachteile aber mit Kunden zu arbeiten würde ich schon fast als absolutes No-go bezeichnen. Deswegen weiß ich eben nicht so recht, ich befürchte eben dass mir gar nichts Spaß macht bzw. ich bei nichts durchhalten kann. Bin generell wohl eher faul oder bequem oder auch stur und würde definitiv sofort aufhören, wenn man was nicht passt. Zu Praktika kann ich noch sagen, dass es kaum welche für Schüler gibt. Also zumindest nicht in für mich interessanten Bereichen. Habe mich da schon umgesehen, aber egal welcher Beruf, es werden immer nur Studenten oder so angenommen.
    • Ebenfalls: Hallo.
      Ich antworte dir jetzt ehrlich, auch wenn du manches möglicher Weise nicht lesen möchtest.

      Hilflos schrieb:

      Hallo mal wieder, ich würde gern etwas zu deiner Antwort sagen. Ausbildung hört sich eigentlich gut an, aber da hätte ich wiederum das Problem, dass ich nicht wirklich weiß, was ich da machen soll, weil mich kein Bereich wirklich anspricht. Also klar gibt es immer Vor- und Nachteile aber mit Kunden zu arbeiten würde ich schon fast als absolutes No-go bezeichnen.
      Um dir gleich sämtliche Illusionen zu nehmen: Selbst im Büromanagement hast du mit Kunden Kontakt, zwar in der Regel "nur" über Telefon oder per E-mail. Dazu kommt, dass unter den Begriff "Kunden" auch der Chef einer anderen Firma fällt oder die öffentliche Hand (Ausschreibungen für Aufträge) oder sogar der eigene Vorgesetzte, dem du die Termine machen musst, oder die Angestellten, denen du die Gehaltsabrechnung schreibst und sie ihnen gibst (die Liste liese sich endlos fortsetzen).
      Und Berufe ohne Kundenkontakt sind vom Aussterben bedroht: Arbeiter am Band werden in spätestens 30 maximal 35 Jahren komplett durch Roboter ersetzt worden sein.
      Überlege dir von daher sehr genau, ob du nicht doch über deinen Schatten springen möchtest.

      Hilflos schrieb:

      Deswegen weiß ich eben nicht so recht, ich befürchte eben dass mir gar nichts Spaß macht bzw. ich bei nichts durchhalten kann. Bin generell wohl eher faul oder bequem oder auch stur und würde definitiv sofort aufhören, wenn man was nicht passt.
      "nichts Spaß macht", "nichts durchhalten"!? mit dieser Aussage würde ich dich in eine Personengruppe stecken, in die du vermutlich nicht gehören möchtest oder auch nicht gehörst.
      Manchmal dauert es eben, bis man feststellt, dass etwas Spaß macht. In der Schule werden in der Regel über Praktika die favorisierten Berufe als erstes ausprobiert, viele Schüler stellen so fest, ob ihr Traum für sie passt oder eben nicht. So bin ich auch in einem anderem Beruf, der mir sehr viel Freude bereitet gelandet als die Berufe, die ich kennengelernt habe. In jedem Praktikum habe ich auch mit bekommen: man hat immer Kontakt mit anderen Menschen, ob Kunde oder Kollege ist egal.
      Wichtig ist es auch über seinen Schatten springen zukönnnen, um sich seinen Traum oder eben etwas anderes zu erfüllen. Durch warten ist noch keiner zu einem Erfolg gekommen, kein Bill Gates und kein Thomas Edison, beide haben etwas riskiert um zu ihrem Glück zu kommen und beide waren neugierig und fleißig (Aller Widerstände zum Trotz).

      Nur weil du, keinen "Bock" auf Kundenkontakt hast, heißt das noch lange nicht, dass Kundenkontakt generell "etwas anstrengendes ist". Ich komme aus der Gastronomie und ich kann dir von daher genauestens sagen: "Wie es in den Wald hereinruf, so kommt es wieder heraus!" soll heißen, wenn du einem Kunden gegenüber blöd kommst, reflektiert der das möglicher Weise. Umgekehrt solltest du deine Meinung runter schlucken können, um keinen Ärger zu bekommen.
      Schlecht gelaunte Kunden haben evtl. einen guten Grund so drauf zu sein und dann passiert es eben, dass jemand der Blitzableiter ist, auch wenn es nicht sein muss. Kommt eben vor und zwar in jedem Betrieb in jeder Branche.

      Du schreibst über dich selbst, dass du "faul" oder im besten Fall "bequem" bist und beim kleinsten Konflikt alles hinschmeißt?! Mit dieser Einstellung würde ich dich nie und nimmer in meinem Betrieb haben wollen, egal in welcher Branche! (So denke nicht nur ich sondern auch jeder Personaler, den du um ein Praktikum in seinem Betrieb bittest.)
      Um dem entgegenzuwirken solltest du etwas an deiner Einstellung ändern.
      Konflikte, so unschön sie auch sind, haben immer den Vorteil, dass man durch sie auch etwas lernt, sofern man selbst bereit ist etwas zu lernen und sich selbst zu reflektieren. Gerade letzteres ist wichtig für die eigene Weiterentwicklung im Leben.
      Auch ich habe das erst lernen müssen. Inzwischen sehe ich Konflikte als etwas zum Lernen.

      Hilflos schrieb:

      Zu Praktika kann ich noch sagen, dass es kaum welche für Schüler gibt. Also zumindest nicht in für mich interessanten Bereichen. Habe mich da schon umgesehen, aber egal welcher Beruf, es werden immer nur Studenten oder so angenommen.
      Wenn du denen gesagt hast, was du hier geschrieben hast, dann hätte ich dich auch nicht als Praktikant haben wollen. Um genau das nicht so direkt zusagen, hätte ich auch auf Studenten verwiesen, die ich aufgrund ihres Fleißes gut gebrauchen kann. (Hat auch den Grund, dass die meisten Studenten neben ihrem Studium noch als Werksstudenten oder im Nebenjob arbeiten um sich etwas Geld dazu zuverdienen. Außerdem wissen die Studenten in den meisten Fällen genau, wo sie beruflich hin wollen.)
      Nicht nur die Berufsausbildung auch das Praktikum erfordern einen gewissen Fleiß. Mit Bequemlichkeit kommst du in absolut keinem Beruf weiter. Ich sage das jetzt nicht um dich zu ärgern, sondern damit du verstehst, dass es deinen "Traum" vom viel verdienen mit keinem Kundenkontakt nicht realisieren lässt.

      Praktika gibt es wie Sand am Meer, manchmal führt auch ein Umweg zum Ziel. Oder um ein besseres Bild zu gebrauchen: Es hat sich eine Tür geöffnet, nur hast du diese Tür noch nicht gesehen. Warum? Weil du dich zu sehr auf die verschlossene Tür konzentrierst.