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Vorherige Beiträge 3

  • Hallo Qwertz

    Schön hast du zu uns gefunden.

    Bevor ich zu den Schmerzmitteln komme, erkläre ich doch noch rasch wie ein Schmerz "funktioniert".

    Wenn du z.B. mit einer Nadel in die Haut stichst schüttet dein Körper sogenannte Schmerzsubstanzen aus, welche einen Schmerzimpuls auslösen. Über Nervenfasern wird dann der Schmerzimpuls zum Rückenmark geleitet. Vom Rückenmark aus wird dieser zum Mittelhirn geleitet. Das Mittelhirn ist dein "Schmerzzentrum". Je nach Intensität wird dann auch die Atmung und der Kreislauf beeinflusst (z.B. die Atmung wird schneller, der Puls wird schneller, etc.). Vom Mittelhirn aus wird der Reiz auch noch an die Hirnrinde weitergeleitet, wo die Schmerzempfindung stattfindet.

    Bei der Wirkung kommt es drauf an, was für ein Medikament es ist.
    Das Nurofen ist ein Nichtopioidanalgetika. Diese hemmen die Bildung von Prostaglandinen (Dies ist ein Gewebshormon, welches wie oben erklärt bei Schmerzeinwirkung ausgeschüttet wird und den Schmerzimpuls auslöst). Wenn die Schmerzsubstanz nun nicht mehr gebildet wird, kann sie auch keinen Schmerzimpuls mehr auslösen (oder vermindert), welcher zum Gehirn gelangt. Du spürst also keinen Schmerz.

    Morphin (oder veraltet Morphium) ist ein Opiat. Diese wirken anders als Nichtopioidanalgeitka. Opioide wirken über sogenannte Opioidrezeptoren, welche sich an verschiedenen Geweben befinden. Sie behindern die Schmerzweiterleitung im Rückenmark und verändern auch die Wahrnehmung der Schmerzempfindung. Jedoch werden hier bereits über die Opioidrezeptoren andere Wirkungen vermittelt, was auch als Nebenwirkung angesehen werden kann (z.B. Hemmung des Atemzentrums, Übelkeit, Verlangsamung der Herzfrequenz, Angstlösung, etc.)

    Bei den Opioidrezeptoren unterscheidet man drei, welche sich in ihren Wirkungen unterscheiden.
    * δ * κ * μ


    Nun kommt es drauf an, was man für Medikamente gibt.

    Reine Agonisten, wie z.B. Morphin stimuliert alle 3 Rezeptoren.
    Gemischte Agonisten-Antagonisten wie z.B. Pethidin wirken anders. Dort ist die Sedierung viel ausgeprägter und die Euphorie gering.
    Partielle Agonisten wie z.B. Temesic haben eine sehr starke Beziehung zum μ Rezeptor, was das Suchtpotenzial erhöht.
    Antagonisten wie z.B. Targin hemmen wieder alle 3 Rezeptoren.


    Nebenwirkungen sind immer Medikamentenabhängig.
    Nichtopioidanalgeitka haben relativ viele Nebenwirkungen. Eine davon ist z.B. im Gastrointestinaltrakt. Die Prostaglandine sorgen im Magen normalerweise für die Bildung des Magenschleims. Da die Medikamente jedoch die Bildung von Prostaglandin hemmt, ist dies nun vermindert und die Gefahr für Blutungen besteht. Daher sollte man bei langfristiger Einnahme solcher Medikamente zusätzlich einen Magenschutz einnehmen.

    Nebenwirkungen von Opioiden habe ich bereits oben einige genannt, heisst Verschlechterung der Atmung, Abhängigkeit, etc.


    Was vielleicht noch wichtig zu erwähnen ist, denn viele wissen dies nicht (Ist zwar eigentlich logisch wenn man den Text oben versteht):
    Wenn du Kopfschmerzen hast und z.B. ein Paracetamol nimmst: Das Paracetamol weiss nicht, dass es im Kopf wirken soll. Es wirkt ganzheitlich, heisst überall.

    Ich hoffe es ist einigermassen verständlich. Falls du noch Fragen hast, darfst du dich gerne nochmals melden.
  • Wie wirkt Schmerzmittel?

    Qwertz

    Hallihallo :)

    Ich habe lange meine Bücher durchgeschaut aber finde keine korrekte, verständliche Antwort.
    Wie genau wirkt Schmerzmittel im Körper?
    Z.B. Nurofen,.. also gebräuchliche oder z.B. Morphium. Und sind die Nebenwirkungen sehr drastisch?

    Brauche es für Bio-Unterricht. Danke ihr seid super :thumbsup: